Reisen in die Mönchsrepublik Athos wieder möglich

Reservierungen für die einzelnen Klöster:

Im Gegensatz zu früheren Zeiten hat inzwischen jedes Kloster eigene Voraussetzungen für eine Reservierung, bzw. Übernachtung. Kloster Vatopaidiou hatte noch Herbst 2022 einen weniger als 48 Stunden alten PCR-Test verlangt und dass beim Besuch mehrerer Athosklöster ihres als erstes besucht werden muss. In der Regel werden auch nur Gruppen bis maximal 3 Personen akzeptiert. Hinzu kommt, dass einige Klöster (so z.B. Vatopaidiou oder Xenofontos) eine - meiner Meinung nach - recht umständliche Registrierung verlangen. Das alles kann sich schnell ändern und muss vorher geklärt werden.

Ein Covid-19-Antikörpertest (sog. Schnelltest) wird inzwischen in Ouranopolis nicht mehr durchgeführt und ist auch nicht mehr erforderlich.

Der Angriffskrieg von Putin, bzw. Russland gegen die Ukraine betrifft auch den Berg Athos. Im Gegensatz zu Griechenland, das die Ukraine weitgehend unterstützt, stellt sich die Lage auf dem Heiligen Berg deutlich anders dar.

So haben einige - nebenbei auch giechische - Klöster sich für Putin positioniert. Hintergrund hierfür ist die Abhängigkeit von russischen Großspenden. So unterstützt und finanziert der Ministerpräsident der russischen Konföderation Michail Mischustin zum großen Teil die Renovierungsarbeiten des Klosters Filotheou und entsprechend ist auch die Einstellung des Klosters. Geld schafft Abhängigkeiten und das gilt auch für den Heiligen Berg.

Anderseits ist auch für uns Deutsche eine Übernachtung im russischen Kloster Panteleimonos problemlos möglich und dies sogar ohne Reservierung, wie uns ein Besucher mitteilte.

Die meisten Klöster beziehen eine "neutrale" Position, wobei sich für mich die Frage stellt, inwieweit es möglich ist, bei einem Angriffskrieg eine neutrale Position zu beziehen. Der Athos weiß aber genau, dass der Ukrainekrieg für die Einigkeit der orthodoxen Kirche hochgefährlich sein kann und entsprechend wird mit diesem Thema sehr behutsam umgegangen.

Der Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus hat dagegen eine eindeutige Position für die Ukraine eingenommen.

Näheres in dem Artikel der aus Thessaloniki stammenden Zeitung Makedonia tis Kyriakis.

Die Koronaepidemie hat lange in der Möchsrepublik Berg Athos gewütet. Zahlreiche Mönche hatten einen sehr schweren Verlauf der Infektion und mussten in Thessaloniki oder Athen stationär behandelt und für längere Zeit beatmet werden. Nach Mitteilung von Bartholomaius, Abt des neuen Klosters Esfigmenu, sind bisher ca. 40 Mönche an Covid-19 verstorben.

Ein Großteil der Mönche lehnt weiterhin, trotz der vielen Krankheitsfälle und verstorbener Mönche, die Impfung grundsätzlich ab. Die Gedanken, die dahinter stehen, würden bei uns als Verschwörungstheorien eingestuft werden. Das Corona-Virus wird oft für harmlos gehalten ("... stoppt an der Kirchentür"), bzw. als Strafe für Sünder erklärt. Masken werden, bis auf den Fähren, in 99% der Fälle nicht getragen. So lautete auch die Antwort eines Mönchs zu einem Pilger, der eine Maske trug, man täte dies auf dem Karneval, nicht aber auf dem Athos. Auch wird die Kommunion wie in früheren Zeiten gegeben.

Anderseits gibt es auch Kellien oder Klöster, die eine Impfung zur Voraussetzung für einen Besuch verlangen. So sind in den Klöstern Simonas Petras, Iviron und Stavronikita ca. 90% der Mönche geimpft worden; auch in den beiden Klöstern Xenofontos und Pantokrater sind die meisten Mönche geimpft.

Abt Alexios aus dem aufgeschlossenen Kloster Xenofontos äußert sich als Befürworter der Impfung und sagt: "Es ist erstaunlich, wie ein Gesundheitsthema von einigen zu einem Glaubenskriterium gemacht wird.“

Weitere Informationen über griechische Impfgegner und Impfbefürworter auf dem Berg können zwei Artikeln der griechischen Zeitschrift Makedonia tis Kyriakis vom 09.01. und 30.01.2022 entnommen werden

So wie die griechische Kirche ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Korona und der Impfung hat, spaltet dieses Thema auch die Mönchsrepublik Athos. Da aber die Pandemie inzwischen weitgehend überstanden ist, besitzt dieses Thema für den Athos keine große Bedeutung mehr.

Wir bitten Reisende, die neue Informationen haben, bzw. auf den Heiligen Berg eingereist sind, dies zu berichten und uns ihre Erfahrungen mitzuteilen.

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Kommentare

Kommentar von Jörg Hansner |

Ich habe vom 19.09-21.09.2020 die Mönchsrepublik Athos besucht und dabei auch den Berg Athos bestiegen. Gerne berichte ich von meinen Erfahrungen:

Zur Panagia:
Der Bau befindet sich außen wie innen in einem guten Zustand. Lediglich im Schlafraum blättert etwas Putz von den Wänden. Der Kamin ist funktionsfähig. Müll ist weder in der Panagia (außer in einem Müllsack) noch im näheren Umfeld zu finden.
Im Schlafraum stehen 11 ältere Doppelbetten zur Verfügung. Auf den durchgelegenen Rosten aus Metall fehlten tlw. die Matratzen (1/5 fehlten). Die Matratzen selbst sind durchgelegen und haben zahlreiche Flecken. Bettwanzen sind aber meiner Meinung nach nicht (mehr) vorhanden.
Ca. 70 Meter entfernt wurden 2 Toiletten errichtet (Plumpsklos ins Nirgendwo). Sie sind erstaunlich sauber und nutzbar.
Zusammenfassend sind die hygienischen Verhältnisse keinesfalls katastrophal; vielmehr war ich sehr positiv überrascht.

Gipfelkapelle
Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, alles befindet sich in tadellosem Zustand. Sämtliche Räume waren verschlossen.
Falls Sie noch Fragen haben sollten, können Sie mich gerne nochmal kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Hansner
Ostvöhde 12
59457 Werl

Antwort von Michael Ringer

Danke für die Informationen! Gut, dass die sanitären Verhältnisse derzeit doch besser sind als es einige Besucher zuvor beschrieben! Schade, dass eine Übernachtung in der Gipfelkapelle nicht mehr möglich ist.

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